150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Trostberg
 

Vom Luftschutzdienst zur Bundeskomponente LF 16-TS

Anfang der 60er Jahre wurde durch den damaligen zweiten Kommandanten Josef Grundl sen. in Erfahrung gebracht, dass in Rosenheim und Mühldorf vom Bund Feuerwehrfahrzeuge stationiert wurden. Bei einer Nachfrage im Innenministerium wurde ihm erläutert, dass diese Fahrzeuge zur Sicherung des Brandschutzes im Kriegsfall in der Stadt München vorgesehen sind, dass aber der Standort Trostberg aufgrund der zu großen Entfernung zur Landeshauptstadt für diese Aufgabe nicht in Betracht käme.

Bei einer Tagung in München konnte Josef Grundl seinen Antrag auf Überstellung von "Luftschutzfahrzeugen" nach Trostberg persönlich an den damaligen Innenminister Höcherl richten, welcher nach Absprache mit dem Landratsamt Traunstein und der Stadt Trostberg den Antrag genehmigte.

In der Freiwilligen Feuerwehr Trostberg wurde daraufhin die Schlauchreserver stationiert und die Luftschutzzüge aus Rosenheim und Aibling mussten ihr benutztes Schlauchmaterial nach Trostberg bringen, wo es ausgetauscht wurde. Die verschmutzten Schläuche wurden in Trostberg gereinigt und repariert, die entstandenen Kosten wurden der Stadt Trostberg erstattet.

Im Herbst 1964 wurden in der Stadt Trostberg ein Schlauchwagen SW 2000, ein TLF 16/24 und ein LF 16-TS stationiert. Da in Trostberg in den Feuerwehrhäusern nur Platz für zwei Fahrzeuge zur Verfügung stand und in der ständig wachsenden Stadt Traunreut nur ein Löschfahrzeug vorhanden war, versuchte die Führung der Freiwilligen Feuerwehr Trostberg das LF 14-TS nach Traunreut zu überstellen.

Die Aufteilung des Luftschutzzuges war jedoch nicht im Sinne des Innenministeriums und so musste das in Traunreut eingesetzte Personal im Luftschutzdienst unter der Leitung des Trostberger Luftschutzzugführers arbeiten und war Ihm unterstellt.

Das im Luftschutzdienst eingesetzte Personal wurde auf die Zeit von 10 Jahren zum Dienst verpflichtet und dafür von Wehrdienst freigestellt. Im Laufe der Zeit wurde aus dem Luftschutzdienst der Brandschutzdienst, dann der zivile Bevölkerungsschutz (ZB) mit dem 1. Löschzug Wasser (1. LZW-TS-V). In den siebziger Jahren wurde dem 1. LZW-TS-V ein Ergänzungszug (2. LZW-TS-E) hinzugefügt.

Die in die Jahre gekommenen Zugfahrzeuge SW 2000 und TLF 16/24 wurden Ende 1989 bzw. 1990 vom Bund ausgemustert und durch ein LF 16-TS ersetzt. Die ausgemusterten Fahrzeuge hätten den Einsatzwert der Freiwilligen Feuerwehr Trostberg erheblich gemindert, daher kaufte die Stadt dem Bund die ausgemusterten Fahrzeuge ab und betrieb sie weiter.

Aus Gründen nachlassender Mannschaftsstärke musste der 2. LZW-TS-E zum 31.12.1992 aufgelöst werden, die darin eingesetzten Helfer wurden in den 1. LZW-TS-V überstellt.

Im Jahre 1995 wurde durch die Neukonzeption der Erweiterung des Katastrophenschutzes der Löschzug Traunreut als selbstständige Einheit aufgeführt und vom 1. LZW-TS-V in Trostberg getrennt. Aus dem 1. LZW-TS-V wurde die Bundeskomponente Brandschutz LF 16-TS. Das Aufgabengebiet des Zuges hat sich im Laufe der Jahre vom Brandschutz im Verteidigungsfall auf Hilfeleistungen bei Katastrophen (Hochwasser, Waldbrände, ...) verlagert.

Durch den Weitblick, den die Feuerwehrführung seinerzeit, als sie sich um die Stationierung des Luftschutzzuges bemührte, zeigte, konnte die Schlagkraft der Freiwilligen Feuerwehr Trostberg erheblich gesteigert werden, ohne der Stadt Trostberg Kosten zu verursachen.